Dierk Knechtel   Schrift. Skulptur.
 

Originalstoff

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Helena Obrigewitsch (li.) und Madeline Juno

Link zur Buchbesprechung in der Badischen Zeitung

Link zum Artikel in der Badischen Zeitung über Madeline Juno


17. Oktober 2017, 17:54

Buchbesprechung Rafik Schami

http://www.badische-zeitung.de/literatur-und-vortraege/rafik-schami-ist-ein-stimme-gegen-die-syrische-despotie--143525709.html
“Hofdichter”, wie Rafik Schami sie nennt, sind eine große Stütze der arabischen Regime. Er zitiert Tarek Aziz, irakischer Außenminister unter Saddam Hussein: “Alle diese Dichter kosten uns jährlich nicht einmal so viel wie ein Panzer, dabei sind sie viel nützlicher.” Darunter sind nicht wenige ehemalige Oppositionelle, die mit Staatsposten und Geld umgedreht wurden. Von 10 oppositionellen arabischen Zeitschriften und Zeitungen, die in London erscheinen, werden 8 von Ölscheichs finanziert, schreibt Schami.

Redakteur




16. Oktober 2017, 10:02

Madeline Juno gastierte daheim in Offenburg

http://www.badische-zeitung.de/offenburg/mit-der-basslinie-von-der-mama--143447441.html

Nach dem Konzert sprach ich mit Frau Obrigewitsch, Madelines Mutter. Dann kam Madeline hinter der Bühne hervor, um sich unter ihre Fans zu mischen. Ich wechselte ein paar Worte mit ihr und machte ein Foto von Mutter und Tochter. Wie sie da vor mir stand, abgeschminkt und in T-Shirt und Freizeithose, wirkte sie sehr zierlich, fast zerbrechlich. Oben auf der Bühne schien sie einen Kopf größer gewesen zu sein. Sie wirkte viel kraftvoller. Aber da waren Schulterpolster in ihrem Bolero. Die Haare hatten mehr Volumen, was ihr Gesicht voller erscheinen ließ. Erstaunlich, wie die physische Präsenz mit Bühnenmitteln verändert wird.

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Redakteur




12. Oktober 2017, 11:52

Black Forest Hackathon

http://www.badische-zeitung.de/offenburg/hackathon-fordert-junge-it-entwickler--143199214.html

Das war eine Art Tüftler-Camp mit sportlicher Note. Vom Standpunkt der Durchführung betrachtet sicher eine andere Herausforderung als der gute alte Kongress mit seiner Frontal-Bespaßung. Zunächst einmal muss die Werkstatt-Infrastruktur für 11 Teams stehen. An die 60 Jungs und Mädels müssen angeleitet und gecoacht werden. Für die Fütterung ist zu sorgen. Es gilt, einen eng gesteckten Zeitplan zu erfüllen. Schließlich muss die Präsentation sitzen. Dr. Trahasch und das Team der WRO haben das vorbildlich gemeistert. Schön zu sehen, was da an Förderung und Ermutigung geleistet wird, und wie Politik, Hochschule und Wirtschaft zusammenwirken.

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Redakteur




10. Oktober 2017, 10:31

50 Jahre Boxclub Offenburg

http://www.badische-zeitung.de/offenburg/auch-60-frauen-boxen--143137102.html

Unter den Sportarten, die Flüchtlinge und Einwanderer ausüben, soll Kampfsport nach Fußball an zweiter Stelle stehen. Gundolf Fleischer sagte das in seiner Ansprache. Man mag das gerne glauben. Fleischer äußerte auch den Wunsch, jeder sportbegeisterte Flüchtling möge in Deuschland einen Verein finden. Die Zuwanderung hat dem Boxen wie den anderen Kampfsportarten einen Aufschwung beschert. Alle profitieren davon, von einer gegenseitigen Kannibalisierung kann man nicht sprechen. Wer boxen will, der boxt, wer dazu noch treten will, der kickboxt. Man kann das eine nicht mit dem anderen vergleichen. Nichts anderes hat auch der Mega-Cross-Fight Mayweather vs. McGregor bestätigt. Mayweather gewann, weil ausschließlich geboxt werden durfte. McGregor hätte gewonnen, wenn es nach MMA-Regeln gegangen wäre. Mayweather ist Boxspezialist, für McGregor dagegen ist Boxen nur eine von mehreren Kampftechniken. Niemals kann er die boxerische Kunstfertigkeit eines Mayweather erlangen. Dafür hat er erstaunlich gut geboxt.

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Redakteur




23. September 2017, 11:12

Unter Segel auf dem bayrischen Meer - Teil 10

Nehmen wir an, lieber Leser, du diskutierst mit deiner Frau diesen Ausschnitt. Nun also – sie möchte ihn nicht rundheraus ablehnen. Sie befindet anerkennend: Die Frau kann es sich leisten. Du denkst bei dir, was heißt das? Deine Frau könnte sich das Dekolleté auch leisten. Dafür und wegen einer Menge anderer Dinge bist du stolz auf sie. Und du fragst dich, ob mit dem Statement ein Subtext an dich verbunden ist, etwa so: „Ach, ich würde so etwas bei passender Gelegenheit auch tragen wollen.“ Einerseits wäre das ein schöner Anblick für dich, nicht wahr? Aber für andere Männer auch. Nun ja. Ist doch toll. Du hast eine Frau an deiner Seite, nach der sich die Männer umdrehen. Ja schon, wendest du ein. Aber sie registriert die Blicke ebenso, nein, sie kann sie mit Fug und Recht erwarten. Liebäugelt sie mit dem Kleid auch – deswegen?... Hör mal, lieber Leser, funktioniert so dein Hirn, wenn du nicht im Tunnel bist? Hört das denn nie auf? Anscheinend bist du noch nicht alt genug.

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Redakteur




22. September 2017, 17:27

Unter Segel auf dem bayrischen Meer - Teil 9

Nur wenige Schritte vom Bootsanleger in Erwartung einer guten Mahlzeit zu sitzen, wohlbeschattet, das eigene Schiff im Blick, vor sich ein kühles Sommergetränk, das ist Lebensart. Einmal selbst Pavian, lehnt man sich genüsslich zurück und beobachtet eine achtköpfige Männercrew dabei, wie sie eine hochbordige Bavaria in eine Anlegerlücke bugsiert. Was für eine Wuling an Bord! Der Rollstuhl-Mann fährt gestikulierend am Steg hin und her. Eine emsig hier- und dorthin laufende Person nannte Vadder "klein’ Hinundher". Eine paar Tische weiter sitzt eine sechsköpfige Gruppe, Frau, drei Männer, zwei Kinder. Eine Hochzeitsgesellschaft? Der Tisch ist geschmückt, die Männer sind festlich-korrekt in schwarz gewandet. Die Braut trägt ein cremeweißes Kleid, eng und kurz, mit einem ausnehmend tiefen Rückenausschnitt.

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Redakteur




20. September 2017, 09:14

Unter Segel auf dem bayrischen Meer - Teil 8

Das Schiff sicher vertäut und zufrieden über das ansehnliche Manöver gingen wir auf die Terrasse des Inselwirts zu. Vor uns am Steg lag ein schwimmendes Vehikel, das man kaum Boot nennen konnte. Es hatte die Form einer riesigen Zigarre, deren Enden nicht abgeschnitten waren. Im mittleren Drittel war eine Ausnehmung, die den Rumpf in Vorder- und Achterkabine teilte. Das war das Cockpit. Darin war eine Sitzvorrichtung mit Gurten; allerlei Laschen und anderes Zeug verteilte sich drumherum. Die Antriebsart war Rudern. Zwei Riemen lagen in ihren Dollen außen am Rumpf verzurrt. Das Gefährt war verwittert und ramponiert, als hätte es soeben eine Atlantiküberquerung hinter sich. Es gehörte einem Mann, der nicht richtig gehen und sprechen konnte. Aber seine Arme arbeiteten vorzüglich, daher das Rudern. Sie hievten ihn an Land, zogen einen Rollstuhl hinterher, klappten ihn auf, und stemmten den Mann hinein. Damit fuhr er den Steg auf und ab und unterhielt sich mit schwerer Zunge lallend mit Passanten. Auch bot er sich einlaufenden Booten an, die Leinen wahrzunehmen, und belegte sie geschickt mit einer Hand am Poller. Von der Terrasse, wo wir gleich einen Tisch gefunden hatten, betrachteten wir den Mann mit dem scheuen Interesse und dem Mitleid derer, die im Vollbesitz ihrer körperlichen und geistigen Kräfte sind. Wie wichtig sind Standfestigkeit und Balance in der Segelei! Uns war das gegeben und wir konnten uns glücklich schätzen dafür, er aber demonstrierte, dass es auch ohne ging, wenn man den Willen dazu besaß und die Zuversicht. Sein Fahrzeug, seine Hilfsmittel, seine komplette Umgebung waren auf sein Handicap zugeschnitten. Er hatte ein workaround geschaffen, wie Moni es ausdrückte. Ein Artefakt der Auflehnung gegen ein ungnädiges Schicksal.

Anmerkung: Ich habe zu diesem Abschnitt kein passendes Bild. Ich kann nichts weiter posten als schwarze Lettern auf weißem Grund. Sie regen den Leser an, sich eigene Bilder vorzustellen. Ein gepostetes Bild dagegen fordert seine Fantasie nicht heraus, eher blockiert es sie. Werden pure Texte ohne Bild im Internet wahrgenommen? Wie wäre es, Lesern Gelegenheit zu geben, ihre eigenen Bilder hinzuzuposten? Wäre es nicht interessant, zu erfahren, welche verschiedenen Bilder ein Text hervorruft?

Redakteur




19. September 2017, 07:58

Unter Segel auf dem bayrischen Meer - Teil 7

Bei einfachen Situationen hatte ich den Festmacher vorher an Bord auf der Klampe belegt und das lose Ende mitgenommen. Es gab aber auch Holzpontons, besonders in Schleusen, die lagen auf Höhe der Wasserlinie und waren grün-glitschig. Oder man musste eine rostige Leiter in einer Spundwand hochklettern, oft mehrere Meter hoch. In solchen Fällen warfen mir meine Brüder die Leine von Bord zu. Dazu musste die Leine sauber aufgeschossen werden, damit sie sich im Wurf idealerweise abwickelte und mit etwas Reserve in meiner Hand landete. Je weniger Versuche man dafür brauchte, desto größer war die Genugtuung. Denn jedes Hafenmanöver war für die Galerie. Noch im kleinsten Fischerkaff gab es Gaffer, die Paviane, wie der Alte sie nannte. Er war nicht uneitel, was das anging. Gelungene Hafenmanöver wurden lobend bedacht, und später, als wir älter waren, gab es einen Extraschluck. Den nahmen wir im Cockpit, nachdem das Deck aufgeklart war, und genossen die anerkennenden Blicke der Paviane. – Ich fing die Leine und legte sie einmal, zweimal um den Poller oder Ring, was jeweils zur Verfügung stand. Dadurch war schon genug Reibung am Tampen, dass mir der Kahn nicht mehr abhauen konnte. Dann führte ich das Ende eng über die jetzt stramme Leine und unterseits durch die entstehende Bucht wieder zurück, zog fest und machte dasselbe ein zweites Mal. Das war der Rundtörn mit zwei halben Schlägen. Den konnte kein Ozeandampfer mehr loskriegen. Eher riss der Festmacher, als dass der Knoten sich löste.

Redakteur




18. September 2017, 09:23

Unter Segel auf dem bayrischen Meer - Teil 6

Auf der Höhe von Gollenshausen kehrten wir um und nahmen Kurs auf die Fraueninsel, genauer gesagt auf den Inselwirt, denn Segeln macht hungrig. Das Schöne an der Binnensegelei ist, dass man zwischendurch irgendwo anlegen und einkehren kann. Der Wind wehte seitlich von vorn, aber schwach und sehr örtlich. Wo sich Wasser gelinde kräuselte, waren regelrechte Windnester, dazwischen war Flaute. Wir konnten gerade so auf Backbordbug anliegen, ohne zu kreuzen, und hangelten uns von Nest zu Nest. Vor dem Inselwirt nahmen wir die Segel weg und legten unter Motor an. Oscar sprang an Land und belegte die Vorleine, Moni nahm die Achterleine wahr. Nachdem wir festgemacht hatten, zeigte ich ihnen den Festmacherknoten par exellence, den Rundtörn mit zwei halben Schlägen. Ich dachte daran, wie lange es doch her war, dass unser Vater uns diesen Knoten beigebracht hatte. (Wenngleich die frühesten Erinnerungen umso näher heranrücken, je älter ich werde.) Ich weiß nicht mehr genau, wie jung ich damals war, vielleicht acht oder neun, jedenfalls jünger als Oscar heute. Ich hatte einen unbändigen Bewegungsdrang wie jeder normale Junge in dem Alter und freute mich auf jedes Anlegemanöver. Sprungbereit stand ich am Bug und rief Vadder den Abstand zum Steg nach achtern. Bei zwei Metern gab er rückwärts, die 17 Tonnen Sindbad schoben sich noch ein wenig vor, Vadder gab einen zweiten Stoß zurück, das Schiff stand und ich sprang.

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Redakteur




15. September 2017, 09:02

Unter Segel auf dem bayrischen Meer - Teil 5

Unser Vater hatte einen Freund und Mitsegler, Carl Christian Heye, immer nur C.C. genannt. C.C. hatte einen eindrucksvollen Schädel, er sah aus wie eine Mischung aus Karl Malden, Curd Jürgens und W.C. Fields. Irgendetwas hatte in langer Vorzeit seine Nase demoliert, was genau, blieb im Dunkeln. Sie war knollig, hatte aber eine klare Richtung, nämlich, wenn ich mich recht erinnere, nach links. Vadder machte damals, Anfang der Fünfziger, mit seiner Teakyacht Sindbad ausgedehnte Wochenendtouren die Weser rauf und runter, und immer hatte er Freunde dabei, darunter wohl auch Frauen. Niemand an Bord war verheiratet, nicht untereinander und auch sonst nicht, aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls kam C.C. an einem sonnigen Sonntag auf die Idee, sich seine Nase von der Großbaumnock richten zu lassen. Die Nock ist das achterliche Ende des Baums und war beim Sindbad* mit Bronze beschlagen. Vadder musste zu diesem Zweck eine Halse fahren, und zwar von Backbord- auf Steuerbordbug. C.C. stellte sich dort, wo die Nock vorbeikommen musste, breitbeinig auf die Backskisten beidseits der Plicht und reckte seinen Zinken vor. Vadder rief die Halse aus und legte das Ruder um. Die Nock traf C.C. an der richtigen Stelle, insofern war Vadder kein Vorwurf zu machen. Nur hatte er die Geschwindigkeit nicht richtig justiert, denn C.C.s Nase, anstatt mittig ausgerichtet zu sein, hatte nun einen Schlag nach rechts.

  • Schiffsnamen können jedes Geschlecht haben, das Schiff selbst ist gewöhnlich weiblich. Wenn ein Kümo mit dem Namen Gerd vorbeikommt, sagt man: Guck mal, da ist wieder die Gerd. Vadder hat sowas an Bord nicht geduldet. Der Sindbad war männlich, Punkt.

Redakteur



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