Dierk Knechtel   Schrift. Skulptur.
 

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Link zum Artikel in der Badischen Zeitung über Henrike von Heimburg

Henrike von Heimburg im Wohnzimmer

01. Mai 2018, 13:05

Schorlaus Alter Ego Dengler enttarnt die Strippenzieher

http://www.badische-zeitung.de/offenburg/schorlau-holt-dengler-aus-dem-buch-in-die-realitaet--152083681.html

Ein Buch über das deutsch-griechische Verhältnis, in das ja die sogenannte Griechenland-Rettung hineinspielt, könne nicht geschrieben werden, ohne die deutsche Besatzung 41 - 44 zu behandeln, sagte Schorlau. Das sei im ersten Entwurf nur ungenügend geschehen, weswegen der Erscheinungstermin verschoben werden musste. Terror und Plünderung des Landes sei ein Zehntel der griechischen Bevölkerung zum Opfer gefallen. Allein im Großraum Athen seien während der Hungersnot 41/42 rund 40.000 Menschen gestorben. In der deutschen Öffentlichkeit sei das Thema tot. In Griechenland sei es überall präsent.

Redakteur




26. April 2018, 09:46

Von der Brennnessel zur Rose

http://www.badische-zeitung.de/offenburg/nur-wer-sich-selbst-erkennt-wird-weise-lieben--151956292.html

Nach dem Erfolg des ersten Bandes seiner Ars Amatoria, der sich an die Männer richtete, schob Ovid einen zweiten nach, der den Frauen gewidmet war. Dort finden sich Ratschläge wie:
"Mäßig nur öffne der Mund sich, halb sei der Zahn von der Lippe bedeckt."
"Ist sie klein, so empfange sie ihn sitzend, auf dass sie nicht schon stehend wirke, als säße sie."
"Es ist gut, wenn die Männer vieles nicht wissen. Verletzend dürfte das meiste sein, würden wir es im Innern nicht verschließen."

Redakteur




23. April 2018, 11:31

Fliehende Grenzen zwischen Gedicht und Prosa

http://www.badische-zeitung.de/offenburg/kapitaene-in-der-witwenbucht--151811338.html

Das Gedicht ist für Jan Wagner die höchste Entwicklungsstufe der Literatur, aber darüber kann man streiten. Thomas Mann, der alle Befähigung dazu besessen hätte, hielt sich nicht mit Gedichten auf, weil nur Prosa die ungeheure Ausdehnung seiner Gedanken abbilden konnte. Wagners Prosa steht seiner Lyrik nicht nach. Aus seinem Briefwechsel mit dem mazedonischen Dichter Nikola Madzirov gab er eine Passage zum besten, in der er eine Art Ballett mit Edelkäsen choreographiert. Im Begriff, Frankreich mit dem Flugzeug zu verlassen, muss er an der Sicherheitskontrolle seinen Koffer öffnen. Dem entsteigen die Düfte von vier formidablen Käsereierzeugnissen, die er kurz zuvor erworben hat. In höchster Verzückung hält der Zollbeamte eines wie das andere unter die bebenden Nasenflügel. Herbeigelockte Kollegen entwinden ihm die betörenden Preziosen, schnuppern daran, heben sie lobpreisend ins Licht. Die Stücke wechseln zwischen Händen und Nasen kreiselnder, sich umschweifender Bacchanten wie in einer getanzten Jonglage, an deren Ende ein mühsam an sich haltender Zöllner den Satz spricht: "Monsieur, Sie fliegen."

Redakteur




20. April 2018, 09:23

Die lähmende Macht unwahrer Gefühle

http://www.badische-zeitung.de/offenburg/der-wahre-kaefig-sind-die-eigenen-gedanken-und-gefuehle--151719235.html

Als sie erfährt, dass Dix die Tochter malen will, fürchtet die Mutter: "Ob dich nach dem Bild noch einer nimmt?"

Sie setzt Tamara mit Kleidern in Szene, damit eines Tages einer wie er (der Steinbruchbesitzer) käme. Und doch ist ihr das Kleid, das sie für das Porträt schneidert, von allen das beste. Nie wieder habe sie ein so schönes Kleid gemacht, sagt die Mutter. Viele Jahre später, im Seniorenheim, näht sie es ein zweites Mal. Die Tochter tanzt im Duplikat des Kleides vor dem Duplikat des Bildes zu den Klängen einer Schallplatte, und der Zuschauerraum ist leer.

Sie war 21, als sie den Antrag des Mannes annahm. Sie konnte damals nicht wissen, was sie heute weiß, mit Ende 70. Die Motive der jungen Frau, die sie damals war, kann sie allenfalls auf einer abstrakten Ebene aufrufen, wirklich in sie hineinversetzen kann sie sich nicht. Könnte sie es, so bestünde die Chance, sich mit sich auszusöhnen und abzuschließen. Sie hätte dann aus den reichhaltigen Möglichkeiten, die ihr die Ehe bot, alles machen können. Eine Tanzakademie auf dem Lande - warum nicht?

So aber fühlt Tamara nichts als ihre heutigen Gefühle, und man darf annehmen, dass das schon all die Jahre zuvor so ging. Wie sagte Mark Twain? Das Leben besteht nicht aus Tatsachen, sondern zu drei Vierteln aus Gedanken und Gefühlen.

Redakteur




18. April 2018, 20:49

Cowboys in langen Unterhosen

http://www.badische-zeitung.de/offenburg/maennlichkeitswahn-als-amuesante-dystopie--151640859.html

Sie treiben es sogar so weit, dass sie sich gegenseitig synchronisieren, wobei einer ins Mikro spricht oder singt und ein anderer, auf den sich die Augen richten, dazu die Lippen bewegt.

Das Manifest des ganzen Kerls: "Ich arbeite, schwitze, stinke, trinke, trage Bart, man respektiert mich."

"Hast Du Feinde?"
"Keine, die noch leben."

Die Jungs kamen auf die Western-Idee, Bianca Lehnhard mochte das anfangs nicht. Als sie anfing, es zu mögen, haben sie zusammen unzählige Western geguckt und transkribiert. Die Jungs nahmen Reitkurse.

Jeder einzelne sei praktisch nicht ersetzbar, sagt Lehnhard. Die Lasso-Nummer funktioniert nur, weil am Seilende eine Kugel (wegen der Schwungkraft) mit einem Flechtknoten eingearbeitet ist, den Inaty eigens in einem Seemannsknotenkurs gelernt hat.

Die Interviews im Vorspann haben sie selber aufgezeichnet. Sogar die Tüten haben sie geklebt.

Redakteur




16. April 2018, 10:15

Sperrgebiet - Betreten verboten!

http://www.badische-zeitung.de/offenburg/die-zonengrenze-ganz-nah-und-doch-unerreichbar--151559781.html

Unfähigkeiten bestimmen den Lebensweg ebenso wie Fähigkeiten. Doch in einer auf Leistung und fortwährender Verbesserung programmierten Gesellschaft wird Negation negiert. Wo nichts unmöglich scheint, ist das Ungeschehene kein Thema. Man spricht ungern darüber, was einem nicht gegeben ist. Dabei kennt wohl jeder das Gefühl von Lähmung, Versagen, Aussichtslosigkeit. Zu scheitern, nachdem ich alles versucht habe, damit kann ich leben. Was aber, wenn ich Grenzen deshalb nicht überschreite, weil ich nie bis zu ihnen vordringe? Die Unerreichbarkeit der Zonengrenze ist in Isabel Coles Roman eine Metapher dafür. Thomas, der unheldenhafte Held der Geschichte, erwägt, dem "Verein der Freunde der Grenztruppen" beizutreten, denn die haben Zugang. So könnte er den Zaun einmal aus der Nähe sehen. Nicht, dass er ernsthaft hinüber wollte.

Redakteur




07. April 2018, 09:12

I.F.E. United keep on running

http://www.badische-zeitung.de/lahr/i-f-e-united-aus-lahr-waren-auf-dem-sprung-nach-ganz-oben--151272718.html

Auf die Frage, wie alt sind die denn?, könnte man antworten: Noch, aber nicht mehr lang, steht die 6 vorn. Das ist gleichbedeutend mit, klingt aber entschieden besser als: Das achte Lebensjahrzehnt steht kurz bevor. Stefan Maier ist hiervon natürlich ausgenommen. Er war damals vier, fünf Jahre alt, wenn ich recht informiert bin. Wie auch immer, Zeitgenossen wie Mick Jagger oder Van Morrison sind ihnen ein gutes Stück voraus. Aber auch sie können sich ehrfurchtsvoll verneigen vor der noch immer aktiven Omara Portuondo, Sängerin beim Buena Vista Social Club, deren Stimme man ihre 87 Jahre nicht anmerkt. Van Morrison spielt übrigens am 2.8. in Schwetzingen und das wird lange nicht sein letztes Konzert sein. Auch I.F.E. United wollen weitermachen - verdammt nochmal, richtig so! Solange ihr es könnt, solange ihr Spaß dran habt und die Leute euch sehen wollen, macht es! Arbeiten, Schaffen, Geben bis zum Schluss, was immer du zu geben hast. Ruhestand - nein danke.

Redakteur




04. April 2018, 14:00

Multiresistente Keime in der Umwelt - eine Einordnung

http://www.badische-zeitung.de/lahr/keime-sind-lebenswichtig--151147354.html

Wenn Sie dem Link zum Artikel folgen, öffnet sich die Online-Version. Hier ist die Einleitung nicht wiedergegeben, deshalb wirkt der Textanfang, als würde etwas fehlen. Die Einleitung ist auf der Seitenansicht zu lesen, wie man sie in der gedruckten Ausgabe sieht oder als Inhaber eines BZ-Digital-Abos. Man kann die Print-Ansicht als PDF downloaden, dazu bitte ganz nach unten scrollen.

Jedes Thema kann man von verschiedenen Standpunkten aus betrachten. Das vorliegende Thema der MRK weist mehr Standpunkte auf als die der Landwirte, der Klinikärzte und der Klärwerk-Leiter. Es fehlen die niedergelassenen Ärzte, die weit mehr Antibiotika verordnen, als die Kliniken. Zu Wort kommen auch nicht die Prüflabore, die sicher viel zur Realisierbarkeit eines flächendeckenden Monitorings sagen könnten. Und was tun Umweltverbände wie B.U.N.D. und NABU in der Angelegenheit? Die Leser erfahren es in meinem Artikel nicht.

In einem Buch oder einer Abhandlung hätte ich alle relevanten Aspekte berücksichtigt. In einem Zeitungsbeitrag kann ich das nicht. Zeitungen unterliegen zwei wesentlichen Beschränkungen: Platz und Aktualität. Da umgekehrt die Leser Knappheit und Schnelligkeit erwarten, wäre eine umfassende Auseinandersetzung viel zu lang, um gelesen zu werden.

Je mehr Standpunkte man einnimmt, desto ausgewogener wird das Urteil. Stellt man nur einen heraus, wie der NDR den des (von ihm beauftragten) Robert-Koch-Instituts, gerät der Beitrag einseitig, und das ist wenig hilfreich. Nach meinem Dafürhalten besteht beim Thema MRK weder Grund zu Panik noch zu Angst. Ich habe versucht, das zum Ausdruck zu bringen.

Redakteur




25. März 2018, 20:52

"Kunst im Schlössle" auf dem Weg zur Institution

http://www.badische-zeitung.de/friesenheim/kuenstlerische-vielfalt-in-historischem-ambiente--150762740.html

Großer Dank von uns Teilnehmern an Sibylle und Ulrich, dass sie "Kunst im Schlössle" wieder möglich gemacht haben. Von Jahr zu Jahr steigen Qualität, Resonanz und Ansehen der Ausstellung. Reinhold Gerber und seine Feuerkörbe (und andere schöne Metallarbeiten) und Oswald Fahrner (91) mit seinen beeindruckenden Zeichnungen waren erstmals dabei und ein großer Gewinn für das künstlerische Angebot. Und das Schlössle als Veranstaltungsort sucht im Umkreis seinesgleichen.

Redakteur




16. März 2018, 10:27

Passionsausstellung im Museum Haus Löwenberg

http://www.badische-zeitung.de/offenburg/ausstellung-in-gengenbach-zeigt-oberrheinische-passionsteppiche-der-renaissance-und-den-versuch-ihre--150483558.html
Reinhard End berichtete, es sei noch nicht lange her, da habe man die Passionsteppiche für katholisch gehalten. Erst der Kunsthistoriker Hanns Hubach habe die protestantische Herkunft erkannt. Augenfällig wird dies an den deutschen Überschriften mit Anklängen an Luthers Bibelübersetzung. Für katholische Auftraggeber wären diese in Latein verfasst worden.

Redakteur



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